Das schwimmende Umzugsunternehmen

Ahoi,

icke wieder!

Nach einer ruhigen schönen Nacht vor Anker in der Heikendorfer Bucht – unserer letzten Nacht in Kiel, schnief – hat sich einer von uns aufgerafft die andere von uns morgens um 7 zu wecken. Ziel: Schleuse Holtenau. Nach einem fixen Frühstück und Kaffee (ne fette Gasflasche an Bord und ein funktionierender Gasherd sind wirklich ein Traum ❤ ) hieß es Anker auf und Kurs West.

Vor der Schleuse haben wir erstmal hastig am Bezahlautomaten angelegt, um dann schnell in die Schleuse einlaufen zu können.

Doch: Pustekuchen! Anscheinend hat man es nicht für nötig empfunden, unsere hübsche Scarlett alleine ohne mit einem der großen Pötte zu schleusen. Wir kamen erst nach 2 Stunden Wartezeit mit einer Gruppe von 5 anderen Yachten dran. So hatten wir das große Glück, bei 5°C die wunderschöne Aussicht im Schleusenvorhafen zu genießen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Schleusenteam Holtenau 😛

Dann waren wir plötzlich drin, alles war aufregend und ging sehr schnell. Ich hatte nach dem Anlegen in der Schleuse kaum zwei Worte auf dem Steg mit dem Skipper der Nachbaryacht geschnackt, da gingen die Tore vor uns schon wieder auf. Für diese 2 cm hatte sich das Warten gelohnt…

Der Wind kam im Nord-Ostsee-Kanal auf unserer Überfahrt durchgängig von vorne, deswegen mussten die Segel erst einmal unten bleiben. Mit 5 kn (ca. 10 km/h) sind wir ganz gemütlich Richtung Rendsburg getuckert.

In Rendsburg haben uns dann die folgenden zwei alten Bekannten begrüßt 😉

In Rendsburg hatte Toni bei ihrem Auszug aus Kiel im August ihre ganzen Umzugskisten und Möbel bei Mario und Meike untergestellt. Die beiden wohnen so ziemlich direkt am Wasser.

Mit einem hübschen Hafen direkt davor, konnten wir so Toni’s restlichen Kram ganz easy an Bord laden 🙂

Die beiden haben uns mega lieb und herzlich empfangen und aufgenommen. Endlich duschen und Wäsche waschen 😀 Ihr Haus ist unglaublich schön, groß und toll eingerichtet. Nach einer leckeren Lasagnesuppe mit Parmesanstreuseln konnten wir dann noch mit ein paar Islandfotos angeben. Morgens galt es dann Toni’s Kram ins Boot zu räumen.

Aber erstmal war es gar nicht so leicht, auszusortieren was denn mit soll – und was nicht. Während dieser schwierigen Entscheidungsphase von Toni, habe ich mich hingebungsvoll unserem Schlauchboot „Kevin“ gewidmet. Es ging ja das Gerücht um, es sei ein Fehlkauf gewesen, alt und kaputt. Deswegen hat Kevin nach diesen wüsten Unterstellungen und Verleumdungen erst nach einigem guten Zureden seine Glanzseiten gezeigt. Er war nämlich gar nicht kaputt. Jedenfalls nicht dort, wo die Vorurteile hindeuteten. Die Ventile waren nämlich noch völlig intakt 🙂 Nagut, der solide Einlegeboden fehlte und der Lack war schon etwas verblichen. Das war’s aber auch schon. Nagut, fast. Ein kleines Loch im Steuerbordschlauch war auch da. Aber nicht der Rede wert. Tolles Boot, meint der Käpt’n!

Weiter Richtung Nordsee auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

In der Dückerswischer Bucht machen wir an gageligen Pollern in einer kleinen Seitenbucht fest. Es gibt keinen Steg der uns zum Land bringen könnte. Aber wir haben ja Big Kev an Bord 😉

Den Abend nutzen wir um ganz gemütlich zu machen. Toni räumt ihren Umzugskram voller Motivation in alle möglichen Ecken Scarlett’s.

Ich widme mich derzeit dem Aufbau unserer Kuchenbude. Das ist ein auf diese Yacht zugeschnittenes Zelt, was den gesamten Cockpitbereich umschließt und so einen weiteren trockenen „Raum“ außerhalb des Bootsinneren schafft. Was soll ich sagen? Ich war meeega begeistert von dem Teil! Super durchdacht, mit den richtigen Aussparungen und Gucklöchern an den benötigten Stellen. Und natürlich weinrot, passend zu Scarlett ❤ Der Weihnachtsmann wäre neidisch geworden, ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind 😀

Die beiden Kormorane haben sich morgens mit uns über die tolle Kuchenbude gefreut 🙂

Lasse hat uns an dem Tag mit dem Bus abgeholt, und wir sind trockenen Fußes an Land gepaddelt. Dank Kevin!

Nach einer wunderschönen Haus- und Gartenführung durch das frische Anwesen von Lasse und Hanna, hab ich dann meine sieben Sachen zusammengesucht. Meine Umzugskisten konnte ich ja freundlicherweise bei den Beiden unterbringen. Das war recht fix gemacht.

Es war einfach richtig schön die beiden wieder zu sehen 🙂 Wenn ich mir so ihr Haus anschaue und wie toll sie es in der kurzen Zeit hergerichtet haben, dann kann ich sehr gut verstehen warum man sesshaft werden möchte. Ich mag’s bei euch 😉

Nach den ganzen Sentimentalitäten stand dann noch mein Umzug auf Scarlett an:

Was soll ich sagen? Das war ne witzige Aktion! Es hat mal wieder alles geklappt, wider aller Vorurteile und Befürchtungen 😛

Auf nach Brunsbüttel, der letzten Station vor der Schleuse in die Elbe. Dort konnten wir direkt neben der Schleuse liegen, und den großen Pötten beim Ein- und Ausfahren zusehen. Und der Hafen war auch gemütlich 🙂

Es war Sonntag, und wir wollten Scarlett dort liegen lassen für den Tag um mit Lasse eine echt norddeutsche Watt-Deich-Führung zu machen. Der Jung hat das auch echt fein gemacht.

Nach einer geballten Ladung Wissen über Deichprofile, Siele, Pricken und den Christianskoog hat uns seine Großmutter noch auf Kaffee und Geschichten über Sturmfluten und Deichbrüche eingeladen. Sehr sehr herzlich und schön! Dieser Tag hat sich wie Urlaub am Meer angefühlt!

Und Abends kam Lasse dann noch auf ein Bier mit an Bord. Toller Tag 🙂

11.-13.10.2019

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