Tschüss Saône

In Mâcon haben wir an einem der beiden kostenlosen Stadtanleger festgemacht. Vor 4 Monaten waren wir an dem anderen gewesen. Wir waren einfach nur richtig durch vom Tag, und sind nach einem richtig leckeren Essen in die Koje gefallen.

Am nächsten Morgen sind wir dann wirklich wieder zu unglaublich früher Zeit losgefahren. Ein Wunder dass wir nicht schlaftrunkene Schlangenlinien gefahren sind.

Diesmal waren wir zwar objektiv genauso schnell wie am Tag davor, jedoch hatte man sich echt fix an die Geschwindigkeit gewöhnt. Was blieb, waren trotzdem noch 9h tuckern… Ganz schön ermüdend. Aber auch wunderschön! Wir hatten so viele Situationen in denen wir uns dachten: Krass, im Winter sah das alles ganz anders aus, sehr viel trister. Aber nun, mit der lauen Sommerbrise im Gesicht, war es einfach ein Traum 🙂

Das wunderschöne Tournus. Wieder nicht geschafft, hier anzuhalten…

Als wir durch Chalon durch sind, waren wir richtig entsetzt wie rau unsere erste Durchfahrt war im Vergleich zu jetzt. Und wie gefährlich das gewesen sein muss. Damals wurden wir in dem kleinen Hafen richtig heftig von der Strömung hin und her geschubst. Heute war die Saône ein wahrer Ententeich, man hätte locker stromaufwärts durch den Hafen schwimmen können…

Hafeneinfahrt von Chalon… wie anders das alles im Sommer aussieht!

Da wir nicht schon wieder in die gleichen Häfen fahren wollten wie damals, und auch ungern für eine Übernachtung zahlen wollten (wir waren ja – noch – bestens ausgestattet für autarkes Leben), haben wir uns spontan für eine Nacht am Haken entschieden. Die Saône hatte eh sogut wie keine Strömung, und so schnell würden wir nicht wieder die Möglichkeit haben „wild zu campen“. Also haben wir uns eine breite Flussstelle ein kleines Stück nördlich von Chalon gesucht und uns außerhalb der Fahrrinne bei 4m Wassertiefe in das Wohnzimmer eines freundlichen Schwanenpärchens geparkt.

Es war einfach nur traumhaft schön dort! So ruhig in der Natur, kein Schiff, kein Motor zu hören, nur das Zwitschern der Vögel und hin und wieder mal ein kleines Froschkonzert zwischendurch.

Nach einem bezaubernden Frühstück im Cockpit vor Anker, ging es weiter. Erstmal mit Kevin zusammen den Heckanker einholen, dann den Großen über die Bugrolle.

Die Saône wurde immer kleiner je nördlicher wir kamen. Gemütlich, genau nach unserem Geschmack!

Fast wie in Norddeutschland 🙂

Vorbei an Seurre, unser zweiter Halt in der Saône im Februar. Auch hier war alles grün, kaum wieder zu erkennen… Auf der Saone haben wir wirklich oft gedacht, wie verrückt wir gewesen waren im Winter hier durch zu fahren! Im Sommer ist es sooo viel schöner und auch navigatorisch wesentlich sinnvoller 😛

Ein letztes langes Kanalstück hinter einer Saoneschleuse trennte uns noch von dem nächsten Etappenziel: dem Rhein-Rhone-Kanal.

Ja, und dann war es soweit. Wir hatten die Einfahrt zum Canal du Rhone au Rhin erreicht. Der Schleusenwärter sah uns schon kommen, und machte ziemlich fix für uns auf. Damit war die Fahrt auf der Saone für uns beendet. Das stimmte uns etwas traurig, denn wir mochten sie (vorallem im Sommer) sehr. So ruhig und friedlich, ließ sie Scarlett mit 5kn gegenan tuckern. So sympathisch war die Rhône nicht. Saône, wir werden dich vermissen! Außerdem hatten wir in 4 Tagen Rhône und Saône gemeistert, halb so viel wie veranschlagt. Plötzlich waren wir schon so weit im Norden von Frankreich… Es tat einfach gut, dass es lief! Wenn das so weiterginge, wären wir ruckzuck in Dänemark.

Und gleichzeitig waren wir aufgeregt wegen dem Kanal der vor uns lag. Auf der einen Seite freuten wir uns riesig auf das Kanalleben: unaufgeregt, kein Stress beim Schleusen da man alleine war und man niemanden anfunken musste, geregelte Wege im Kanal, keine Spirenzien beim Tiefgang (meistens jedenfalls), genügend freie Anlegemöglichkeiten. Auf der anderen Seite war dieser Kanal anders als die uns bekannten: Der Fluss Doubs kreuzte mehrmals den Kanal, und streckenweise führte das Fahrwasser durch diesen Fluss, mit all seinen Untiefen, Strömungen und Gefahren. Was man so las und mitbekam, war das nicht ohne. Und unser Tiefgang von 1,4m sei wohl grenzwertig. Ob da immer die berühmte Handbreit unterm Kiel sein würde? Wird schon schiefgehen!

2 Kommentare

  1. Hallo, ich lese hier neu mit. Ihr habt ja ein wahrhaft höllisches Tempo drauf! Wo wollt ihr denn so schnell hin? Wir tuckern hier schon ein paar Jahre herum, mit unserem Hausboot brauchen wir für die Stecken, die ihr in einem Tag macht, locker einige Tage! Der schönste Abschnitt der Saône ist m.E. übrigens der obere Teil (Petite-Saône), da ist sie so richtig romantisch. Vielleicht ein Ziel für ein anderes Mal? Gute Fahrt und liebe Grüsse

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    • Hallo Suzy,
      Wir freuen uns dass du unsere Reise verfolgst 🙂 Da wir eigentlich segeln wollen – Mittelmeer wurde kurzfristig wegen Corona doch nichts – geht es so schnell wie möglich zurück an die Ostsee.
      Viele Grüße,
      Paul

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